Bekannte Persönlichkeiten der Stadt Lübeck - luebeck-magazin.de

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Daten & Fakten

Bekannte Persönlichkeiten der Stadt Lübeck

Jörg Wontorra, Source: Wikipedia/ Licence: CC BY-SA 4.0

Die Stadt Lübeck pflegt seit Jahrhunderten eine wichtige Tradition: Sie bringt immer wieder neue bekannte Persönlichkeiten hervor – und das schon seit dem Mittelalter. Wem Namen wie Gottschalk Warendorp, Henning von Rentelen und Hermann Korner nichts sagen, der kann vielleicht etwas mit Gülcan Kamps, Jörg Wontorra und Adrian Apmann anfangen. Die Gegenwart liegt uns bekanntlich näher als die ferne Vergangenheit und genau dort klinkt dieser Beitrag sich ein.

Gülcan Kamps als langjähriges VIVA-Gesicht

Gülcan Kamps gehört zu den aktuellen VIPs, die in Lübeck geboren, zur Schule gegangen und zum Star geworden sind. 2002 nahm sie an einem Casting des Musiksenders VIVA teil und setzte sich gegen 500 Mitbewerber/innen durch. Für ihren neuen Job zog sie nach Köln um, mittlerweile lebt sie in Meerbusch im Rhein-Kreis Neuss. Die Moderationstätigkeit für VIVA übte sie von 2003 bis 2010 aus und wurde dadurch zu einem der bekanntesten Gesichter der jungen Musikszene. Kamps präsentierte drei interaktive Sendungen: 17, VIVA Live! und Interaktiv. Doch damit nicht genug, sie übernahm auch die Moderation von Shibuya, VIVA News, NEU, VIVA Spezial und zeitweise auch der VIVA Top 100. Einige Auftritte hatte sie bei ProSieben, zum Beispiel im Rahmen des Song Contests 2004 und bei Bravo TV. Es folgten einige Nebenrollen in TV-Filmen und natürlich ihr kurzes Erscheinen bei Let's Dance mit Tanzpartner Nikita Bazev im Jahr 2013. Mittlerweile macht Gülcan Kamps sich im Fernsehen eher rar, angeblich betätigt sie sich derzeit als Immobilienmaklerin auf Mallorca. Im Poker Spiel um den besten Immobilienpreis behält sie sicher regelmäßig die Oberhand, das passt jedenfalls zu ihrer charmanten und doch energischen Art.

Adrian Apmann als Texas Hold'em Spezialist

Adrian Apmann ist der nächste erwähnenswerte Lübecker. Er stammt zwar aus unserer schönen Stadt, lebt aber mittlerweile in Wien. Apmann ist ein Sportler der etwas anderen Art, denn er nimmt seit 2010 an renommierten Poker-Turnieren teil. Nachdem er über die Anfangszeit mehrere kleinere Cashes zusammentragen konnte, gelang ihm 2015 der große Coup: Im Zuge der inoffiziellen Weltmeisterschaft fuhr er seinen größten Gewinn ein. Bei einem Side-Turnier der von 888 Poker gesponsorten Turnierserie räumte er sage und schreibe 478.000 Dollar ab und dazu natürlich das begehrte goldenes Armband. Dagegen wirken die 30.000 Dollar der WSOP aus dem Jahr 2012 ziemlich mickrig, ebenso wie die 29.000 Euro, die er am Finaltisch der Mega Poker Series in Wien 2013 gewann und die weiteren 29.000 Euro aus dem Austrian Poker Festival. Insgesamt konnte Apmann bei Poker Live-Turnieren mehr als 800.000 Dollar absahnen, und vielleicht bekommt er in den nächsten Jahren sogar noch die Million voll, allein mit Texas Hold'em und Omaha Hi-Lo.

Jörg Wontorra als Moderator und Fernsehproduzent

Auch der berühmte deutsche Fernsehmoderator Jörg Peter Wontorra ist ein Sohn der Stadt Lübeck. Er machte sein Abi am Lübecker Johanneum und studierte danach bis zum 1. Examen Rechtswissenschaft. Dann zog es ihn aber in eine ganz andere Richtung, nämlich zum Sportjournalismus beim NDR. Zehn Jahre lang fungierte Wontorra als Sportchef von Radio Bremen, nebenbei moderierte er die ARD-Sportschau. Das war in den 80er und frühen 90ern, bevor er seinen Weg zu den Privatsendern fand. 1992 übernahm der Moderator bei Sat.1 die Sendung ran - Sat.1 Bundesliga und Bitte melde dich! als erstes Projekt ohne Sporthintergrund. Auch 13 Folgen von Erben gesucht gingen auf Wontorras Konto, er schien damals Geschmack gefunden zu haben am schlicht gestrickten Reality-TV. Von 2003 bis 2006 kommentierte er für Sat.1 die Champions League, ein Job, der ihm sichtlich Freude bereitete. Bis 2015 engagierte sich der nun schon gereifte Fernsehsprecher für den Fußball-Talk Doppelpass, wo er seinen berüchtigten Alkoholismus-Disput mit Rudi Assauer ausfoch. Von 2017 bis 2019 folgte dann ein weiterer Talk, diesmal beim Sender Sky. Seit Jahren schon betätigt Wontorra sich auch als Produzent und führt ein Coaching-Unternehmen für Manager.

Sandra Völker als Rekord-Schwimmerin

Lübecker können nicht nur Sportsendungen moderieren, sondern sie sind teilweise auch selbst hoch erfolgreich im Sport aktiv. Zu dieser Gruppe gehört Sandra Völker, die im Laufe ihrer Profi-Karriere zahlreiche Medaillen gewann und Rekorde brach. Mittlerweile hat sich die Schwimmerin, die vor allem auf kurzen Freistil- und Rückenstrecken glänzte, zwar ins Privatleben zurückgezogen, aber ihre Karriere ist vielen Fans noch heute präsent. Bei den Olympischen Sommerspielen in Atlanta 1996 durfte sie sich über eine Silbermedaille im 100 Meter Freistil freuen, damals war sie süße 22 Jahre alt. Zwei Bronzemedaillen kamen hinzu, ebenso wie das Silberne Lorbeerblatt vom Bundespräsidenten persönlich. Heute blickt Völker auf 45 gewonnene Titel bei den Deutschen Meisterschaften auf der Kurz- und Langbahn zurück. Mehr als 60 Medaillen hagelte es für sie in Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Zweimal entschied sie den Weltcup für sich und sie durfte sich 1997, 1998 und 1999 Schwimmerin des Jahres nennen. Über 50 Meter Rücken hielt sie einst den Weltrekord, ebenso wie über die 50 Meter Freistil. Beide Rekorde wurden inzwischen gebrochen, doch die stramme Leistung bleibt ebenso im Gedächtnis wie Apmanns unverkennbarer Texas Hold'em Stil.

Sven-Sören Christophersen: ein Lübecker Handball-Riese

1,98 Meter ist er groß, der ehemalige Lübecker Handballprofi Sven-Sören Christophersen. Er füllte in seiner aktiven Zeit den Rückraum links und Mitte perfekt aus und gelangte dadurch zu einiger Berühmtheit. Sein Spitzname "Smöre" klingt eher verniedlichend, aber seine Gegner hatten nicht viel zu lachen. Ebenso wie Apmann im Poker Spiel, glänzte Christophersen in seiner Disziplin regelmäßig mit herausragenden Leistungen. Zuerst spielte er als Nachwuchs-Handballer beim TBV Lemgo, dann wechselte er zu Eintracht Hildesheim und wieder zurück nach Lemgo. Ein halbes Jahr verbrachte das Sportass leihweise beim Wilhelmshavener SV und erzielte gerade bei diesem Verein seine persönliche Bestleistung: Am 3. Mai 2008 warf er 18 Tore in einem einzigen Bundesligaspiel gegen TV Großwallstadt. Der frenetische Jubel der Fans war ihm damals sicher und motivierte ihn offensichtlich im späteren Verlauf zu weiteren Höchstleistungen. Schnell mauserte er sich zu einem der erfolgreichsten Bundesliga-Torschützen, den es schließlich zu den Füchsen Berlin zog. Mit diesem Team gelangte er bis in die Champions League – und auch DHB-Pokal ging 2014 an ihn und seine Berliner Kollegen. Zum Abschluss spielte Christophersen noch ein paar Jahre beim TSV Hannover-Burgdorf, 2018 kam dann der Schlusspunkt. Als Handball-Experte beim ZDF bleibt das Ausnahme-Talent dennoch weiterhin gefragt.

Sven-Sören Christophersen in seiner aktiven Handballzeit, © Wikipedia/Licence: CC BY-SA 3.0
Sven-Sören Christophersen, Source: Wikipedia/CC BY-SA 3.0

Mareile Höppner als allgegenwärtige Moderatorin

Die Journalistin und Fernsehmoderatorin ist zwar in Hamburg geboren, sie wuchs aber in Lübeck auf: Mareile Höppner legte ebenso wie Jörg Wontorra am Johanneum ihr Abitur ab und zog dann zum Studieren nach Kiel. Den Abschluss machte sie jedoch nicht, stattdessen übernahm sie die Wetter- und Verkehrsredaktion bei Radio NORA und wechselte später als Reporterin zu RTL Nord Kiel. Als Wettermoderatorin für RTL ist sie sicher noch einigen Fernsehzuschauern im Gedächtnis, ab 2002 übernahm sie die Sendung Guten Abend RTL komplett. Ab 2004 war Höppner auch auf ProSieben zu sehen, an der Seite von Michael Marx in der Sendung Newstime. Es folgten verschiedene andere Projekte, hauptsächlich im Boulevard- und Nachrichtenbereich.

Außerdem tauchte die gewandte Dame bei der Talkshow Riverboat von 2009 bis 2012 als charmante Gastgeberin auf. Schon seit 2008 sehen wir Höppner regelmäßig auf ARD bei Brisant, dort ist sie kaum noch wegzudenken. Aber auch die MDR-Reihe Schlager einer Stadt scheint ihr sehr am Herzen zu liegen, denn dieser bleibt sie immerhin schon seit 5 Jahren treu. 2018 kam Mariele Höppners erstes Buch auf den Markt, es trägt den Titel "Was kommt nach der Queen? Das englische Königshaus zwischen Boulevard und Buckingham Palace." Das ist eine ernsthafte Frage in Zeiten, wo ein Leben ohne die 94-jährige Queen Elisabeth II. kaum noch denkbar scheint.

Mareile Höppner, Source: Wikipedia/Licence: CC BY-SA 4.0
Mareile Höppner, Source: Wikipedia/Licence: CC BY-SA 4.0

Noch mehr berühmte Lübecker Köpfe

Das waren nur einige der berühmten Lübecker Köpfe – und schon allein daraus ergibt sich eine beachtliche Sammlung. Dutzende Berühmtheiten aus der norddeutschen Metropole kamen allerdings gar nicht erst zur Erwähnung, wie zum Beispiel der Autor und Journalist Bastian Sick, der mit einer kreativen Sprach-Kolumne namens "Zwiebelfisch" berühmt wurde. Der Politiker Björn Engholm erblickte ebenfalls in Lübeck das Licht der Welt, genauer gesagt in Moisling. Der Schauspieler Horst Frank, der von den 50er Jahren bis hinein in die 90er an Hunderten von Filmproduktionen mitgewirkt hat, soll ebenfalls an dieser Stelle Erwähnung finden. Er verkörperte den typischen Antihelden, zum Beispiel in Der Stern von Afrika, Haie und kleine Fische sowie in der 70er-Jahre-Erfolgsserie Timm Thaler. Alle anderen Lübeck-Promis müssen jetzt leider hintenanstehen, denn an dieser Stelle soll erst einmal Schluss sein. Vielleicht gibt es eines Tages einen zweiten Exkurs zu den bekannten Persönlichkeiten der Stadt Lübeck.

27.05.2020

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