Corona-Krise – auch in Lübeck war und ist alles anders

Die Corona-Pandemie alles in Leben, Arbeit, Kultur und Wirtschaft völlig verändert, und die Auswirkungen und Dauer der Veränderungen sind noch gar nicht abzuschätzen.

© iStock.com/kzenon
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Die Corona-Pandemie herrscht nicht nur weltweit – auch in Lübeck war und ist sie ganz nah. Die Pandemie hat alles in Leben, Arbeit, Kultur und Wirtschaft völlig verändert, und die Auswirkungen und Dauer der Veränderungen sind noch gar nicht abzuschätzen. Die sogenannte neue Normalität in Lübeck seit März und den Lockerungen erfolgt immer noch "auf Sicht".

Quarantäne und Lockdown hielten die Uhren auch in Lübeck an

Die lebendige Hansestadt an der Trave stand plötzlich im März 2020 still. Die Menschen gingen ins Homeoffice und blieben zu hause. Weil Schulen und Kitas auch hier schlossen, mussten Kinder zu Hause betreut und unterrichtet werden. Das war für viele ein völlig neues Familien(er-)leben, aber auch oft sehr überfordernd. Und meist können auch nur privilegierte Arbeitnehmer zu Hause arbeiten, während alleinerziehende in prekären Jobs weiter zur Arbeit mussten, ohne eine Betreuung für die Kinder zu haben.

Ab März gab es Kontaktsperren und Schließung von Kitas, Schulen, Geschäften, Fitness Studios und Museen, Spielbanken, Hotels etc. Die Hansestadt Lübeck war plötzlich wie ausgestorben und im Winterschlaf. Die Menschen waren ohne Vorwarnung auf sich zurückgeworfen und mussten per sofort ihr Leben anders gestalten und leben.

Der Weg in das Fitness-Center nach der Arbeit zweimal die Woche, das Wochenende in den Clubs – weg! Die Kinder in der Kita sicher verwahrt. All das fiel plötzlich weg. Und sogar der Hundefrisör durfte die lieben Vierbeiner nur noch ohne Herrchen und Frauchen schön machen. Die Menschen durften gar nicht zum Frisör. Das Leben stand auf einmal still und das gesamte Mobilitäts- und Aktivitätsverhalten änderte sich sofort und nachhaltig. Dazu hier eine Infografik, die das eindrücklich dokumentiert.

Infografik über Freizeittrends während der Corona-Isolation

Für die ganze Infografik das Vorschaubild klicken (via www.besteonlinecasinos.com)

Wirtschaft in Rezession wie im Krieg

Der kleine, aber feine Lübecker Flughafen, der im Besitz des weltbekannten Euroimmun Gründers Stöcker (bekannt auch für Forschung an Corona-Test und Impfstoffe) hat mittlerweile wieder geöffnet.

Auch die Geschäfte in der Stadt haben mit strengen Hygiene Konzepten wieder auf. Die Fußgängerzone ist bevölkert wie vor Corona, aber mit Maskenpflicht und strengen Regeln shoppen viele nicht so gerne. Und die Touristen aus aller Welt fehlen bis auf ein paar Skandinavier, die wieder da sind, und auch das weltberühmte Lübecker-Marzipan wieder kaufen können und wollen.

Aber die weltberühmte legendäre Travemünder Woche wurde auf 2021 verschoben. Und das Traditions-Kaufhaus Karstadt – entscheidender Mittelpunkt der Wirtschaft in der Innenstadt (auch architektonisch) schließt zum Jahresende (Corona hat den katastrophalen Abwärtstrend wohl nur noch beschleunigt). In der Stadt bleiben somit nur unattraktive Ketten und billige Imbisse.

Kultur und Wirtschaft verheerend in Lübeck getroffen

Lockdown und Quarantäne haben sich verheerend auf die Kulturszene und die Wirtschaft auch in Lübeck ausgewirkt. Museen und Kultureinrichtungen der traditionsreichen Hansestadt vom Buddenbrookhaus, Grass- und Willy-Brandt-Haus bis zu Nachtclubs und Kneipen mussten natürlich schließen. Und auch jetzt gibt es für die Clubs und Kneiapen, vor allem für die reinen letzten Diskotheken (die vorher schon mit einem veränderten Weggeh-Verhalten kämpfen mussten) keine wirkliche Perspektive und kein Zeitfenster, wann es wieder mit alten Auslastungen weitergeht und ob es überhaupt eine Rückkehr zur alten Normalität gibt – ohne Impfstoff ist das kaum vorstellbar.

Der bei allen beliebte Hansa Park in der Nähe von Lübeck in Sierksdorf an der Ostsee hat wieder geöffnet. Dass der Freizeitpark mit seinen weltweit bekannten Achterbahnen etc. wieder aufmachte, haben viele heiß ersehnt. Allerdings musste bereits am zweiten Tag die Maskenpflicht verschärft werden, weil sich viele nicht an die Abstandsregeln hielten.

Fazit – Corona war für viele auch eine Chance trotz Krise

Für die Lübecker Wirtschaft hat die Corona Krise mit Quarantäne und Lockdown fatale Auswirkungen gehabt, die sich immer mehr zeigen. Trotzdem gibt es auch positive Aspekte. So haben auch in Lübeck die Menschen für kurze Zeit den Sprung aus dem Hamsterrad geschafft und Zeit gehabt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, oder wie auch der Bundespräsident, endlich einmal den Keller aufzuräumen.

Und die Natur hat sich auch in Lübeck etwas regeneriert. Die Luft wurde besser, weil der Verkehr um 50 % abgenommen hat. Pendler, die jeden Tag von Lübeck nach Hamburg über 60 km zur Arbeit müssen, hatten plötzlich Family Time als Quality Time für sich. Und die Einheimischen an den Badeorten der Lübecker Bucht haben es genossen, Ostern einmal ohne nervige Touristen an einsamen Stränden mit dem Hund spazieren gehen zu können.

Karstadt, das Traditionshaus, schließt. Damit verliert Lübeck seinen stadtbildprägenden Einkaufsanker in der Innenstadt und verödet dort immer mehr. Und der Mieterverein befürchtet eine Kündigungswelle im Herbst, weil Corona-und-Kurzarbeit-bedingt viele ihre Mieten nicht mehr zahlen können.

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